Seit Ende der 1990er
Jahre wird die ExMI-Therapie (Extracorporal Magnetic Innervation
Therapy) in den USA zur Behandlung von Funktionsstörungen des
unteren Harntraktes insbesondere bei der Behandlung von Symptomen
der hyperaktiven Blase mit Dranginkontinenz, Stressinkontinenz oder
gemischter Inkontinenz angewendet.
Das ExMI-Verfahren basiert auf dem Faradayschen Prinzip der magnetischen
Induktion, wobei ein pulsierendes Magnetfeld erzeugt wird. Es wirkt
ähnlich wie bei der Elektrotherapie als externe Kontraktionshilfe,
allerdings mit einem Unterschied: nicht Muskelzellen, sondern Nervenzellen
werden stimuliert. Während der Patient vollständig bekleidet
auf dem Therapiestuhl Platz nimmt, fokussiert der speziell konstruierte
Therapiekopf in der Sitzfläche des Stuhls die Magnetimpulse.
Die Magnetwellen dringen etwa acht Zentimeter tief in den Beckenboden
ein und regen dort die Beckenboden-Muskeln an, indem sie alle Zweige
der pudendischen und splanchnischen Nerven aktivieren. Die Muskeln
kontrahieren und entspannen bei jedem Impuls deutlich fühlbar
für den Patienten, wobei die Kontraktionen der Impulsfrequenz
des Therapiekopfes entsprechen.
Da auch Frauen im mittleren
Alter unter Inkontinenz leiden, die sich nach Geburten einstellen,
eignet sich das schonende Verfahren auch für diese Klientel.
Bedient wird der Therapiestuhl
über ein externes Steuergerät. NeoControl ermöglicht
dabei die Programmierung individueller Therapieschemata, die in
Länge, Frequenz und Stärke variieren können. Laut
Studien aus den USA reichen 20 Sitzungen aus (zweimal pro Woche
für 20 Minuten über sechs Wochen), um einen Therapieerfolg
zu erzielen.
Die Patienten, die für die Dauer der Therapiesitzung angezogen
auf dem NeoControl-Sessel sitzen, erleben diese Therapieform als
angenehm im Vergleich zu den bisherigen Methoden. Hier liegt das
Erfolgsprinzip der non-invasiven Therapie. Durch die externe Kontraktionshilfe
wird die Beckenbodenmuskulatur trainiert und wieder aufgebaut -
für den Patienten schmerzfrei. Das erworbene Gespür für
die Lage und die Beweglichkeit des Beckenbodens macht ein aktives
Beckenbodentraining oft erst möglich und kann dessen Therapieerfolg
verstärken.
Praxiserfahrungen aus
Deutschland bestätigen, dass NeoControl die Miktionsfrequenz
bei Drang- und Stressinkontinenz deutlich senken kann. "Außerdem
handelt es sich um eine völlig schmerzfreie Therapie, bei der
wir noch keinerlei Nebenwirkungen festgestellt haben", berichtet
der Urologe Dr. med. Joachim-Ernst Deuster von der Klinik für
Prostata-Therapie, einer Privatklinik in Heidelberg, die sich ganz
auf schonende Diagnose und Therapieformen spezialisiert hat. "Gerade
bei älteren Patienten genießt das NeoControl-Verfahren
großes Vertrauen, ergänzt Mitgeschäftsführer
der Klinik, der Urologen Dr. med. Thomas Dill.
Da auch Frauen im mittleren Alter unter Inkontinenz leiden, die
sich nach Geburten einstellen, eignet sich das schonende Verfahren
auch für diese Klientel.
Bei dem NeoControl-Verfahren handelt es sich um eine
völlig schmerzfreie und risikoarme Therapie.
Künftig wird die Extrakorporale
Magnetische Innervationstherapie nicht nur zur Prävention der
Inkontinenz nach Schwangerschaften sondern auch bei Stuhlinkontinenz,
zum Muskelaufbau der Beckenbodenmuskulatur von MS-Patienten oder
bei Anorgasmie der Frau oder bei erektiler Dysfunktion eingesetzt.
Zusammenfassung der
möglichen Indikationen, für die sich die Extrakorporale
Magnetische Innervationstherapie grundsätzlich eignet:
* Prostatitis
* Harninkontinenz/Blasenschwäche bei Männern und Frauen
* Störungen des Sexuallebens bei Männern und Frauen
(Orgasmusprobleme)
* Stuhlinkontinenz
* Beckenschmerzen
* Erektile Dysfunktion
* Wiedererlangung des Scheidentonus (z.B. nach Geburten)
* Hämorrhoiden