Minimal-invasive Diagnostik - eine optimale Ergänzung der
schonenden Prostata-Therapie
Für Männer ab dem 45. Lebensjahr empfehlen Mediziner
eine jährliche Vorsorgeuntersuchung mit Tastuntersuchung
der Prostata, eine Urinanalyse, eine Sonographie von Blase und
Nieren sowie die Bestimmung des PSA-Wertes. PSA steht für
prostataspezifisches Antigen' und ist mittlerweile zum wichtigsten
Marker in der Urologie geworden. Ein erhöhter PSA-Wert kann
- muss jedoch nicht - ein Hinweis auf einen Prostata-Tumor sein.
Erhärtet sich der Verdacht auf das Vorliegen eines Prostata-Karzinoms,
so besteht das Konzept der Heidelberger Klinik für Prostata-Therapie
darin, spezielle nicht-invasive Untersuchungsverfahren anzuwenden.
Auf diese Weise kann eine Vielzahl von Prostata-Biopsien vermieden
werden.
Vermeidung der Prostata-Biopsie
Die Treffsicherheit der Prostata-Biopsie ist relativ gering und
zudem mit deutlichen Risiken verbunden. Häufig sind drei
oder mehr Stanzbiopsien, bei denen jeweils bis zu 30 Stanzen aus
der Prostata entnommen werden, notwendig, um ein Prostata-Karzinom
zu diagnostizieren. Dabei kann es zu bakteriellen Einschwemmungen
in die Blutbahn kommen, die auch zu lebensbedrohlicher Blutvergiftung
führen kann.
Modernste Laborverfahren erlauben eine Analyse des Exprimat-Urins
(nach Abtastung der Prostata), bei der die mit dem Urin ausgeschiedenen
Prostata-Zellen untersucht werden.
Hierbei kann festgestellt werden, ob tumortypische Gensequenzen,
in diesem Fall das so genannte PCA-3-Gen auf den Prostatazellen
aktiv sind. Das Risiko eines Prostatakarzinoms kann so deutlich
besser abgeschätzt werden als durch Bestimmung des PSA-Wertes
allein.
Darüber hinaus konnte die Ultraschall-Diagnostik in der PCa-Früherkennung
entscheidend verbessert werden.
Mit einer Blut- oder Urinanalyse
kann man ohne Biopsie feststellen, ob ein Tumor-Risiko vorliegt
oder nicht.
Mit Hilfe der Echtzeit-Elastographie können tumortypische
Verhärtungen, wie sie bei tumorösen Gewebsveränderungen
auftreten, lange sichtbar gemacht werden, bevor sie mit den Fingern
tastbar werden. Tumorlokalisation und Ausdehung lassen sich somit
ebenfalls sehr früh abschätzen. Dieses Ultraschall-Diagnoseverfahren
setzen wir in der Klinik für Prostata-Therapie bereits seit
Februar 2008 ein.
Verdichten sich mit diesen Untersuchungen die Hinweise für
ein PCa, kann die Diagnose durch hochauflösende MRT-Bildgebung
erfolgen. Die histologische Sicherung des Befundes kann mit einer
einzigen Gewebeprobe, die nicht durch den Enddarm, sondern durch
die Haut erfolgt, gewährleistet werden.
Auch mit Hilfe der Cholin PET CT-Untersuchung kann der
tumortypische Stoffwechsel im Gewebe sichtbar gemacht werden.
Darüber hinaus ist eine sehr exakte Ausbreitungsdiagnostik
durchführbar, die die weitere Therapiestrategie bestimmt.
Mit der Elastographie lässt sich ein Tumorareal
(siehe blauer Bereich im grauen Kreis) darstellen.
Mit Hilfe dieser Untersuchungen lässt sich die Biopsie in
vielen Fällen vermeiden. Die Informationen sind weit umfangreicher,
sodass im Einzelfall eine organerhaltende PCa-Therapie z.B. mit
hochintensivem Ultraschall (=> HIFU)
möglich ist.